Basisches Deo

Basisches Deo

April 12, 2018  |  Sophie

 

Zu Anfang meines basischen Experiments vor ca. 5 Jahren hatte ich mit dem Thema Deodorants  das größte Problem. Auf der einen Seite wollte ich ein basisches Deo mit so wenig belastenden Inhalten wie möglich; auf der anderen Seite wollte ich aber auch einen möglichst lange anhaltenden Schutz vor Schweissgeruch. Nach einer gründlichen Recherche habe ich ewig mit mir gehadert, ob ich ein basisches Deo nutzen soll. Letztlich habe ich mich dafür entschieden. Wenn basisch, dann richtig und ohne Erfahrung kein Informationsgewinn.

 

Entschieden habe ich für mich den 

 

Basischen Deo-Stick von Ovimed

 

Der Deo-Stick kommt ohne Aluminiumsalze, Farb- und künstliche Geruchsstoffe aus. Er kann daher, so der Hersteller, mit eigenen Düften kombiniert werden, was ich nicht ausprobiert habe. Der basische Deo-Stick riecht dezent, leicht herb, nach einer Kräuter-Zitronen-Note. Der Geruch verfliegt aber schnell. Das basische Deo hat einen pH-Wert von 9,5. Ovimed gibt in der Produktbeschreibung an, dass die Wirkung durch ätherische Öle und pflanzliche Extrakte erzielt wird. Die Extrakte sollen den enzymatischen Abbau des Schweißes verhindern. Salbei Extrakt, Kompositionen ätherischer Öle und Lavendelöl sorgen für ein mildes, gut verträgliches und trotzdem sicheres Deodorieren, auch bei empfindlicher Haut, z. B. sofort nach der Rasur. 

Diese Werbeversprechen kann ich nur bestätigen.

 

Ich bin mit dem Produkt sehr zufrieden, so dass ich bisher kein anderes basisches Deo ausprobiert habe. Der Preis von ca. 11 EUR ist für ein Deo recht hoch. Es hält bei mir aber locker 8 Wochen, wenn nicht sogar länger.

 

Das Ergebnis meines basischen Experiments fällt also auch bei dem Punkt "Deo" positiv aus.

 

Aber, das muss ich ehrlich sagen: Eindeutig fühlte ich mich mit herkömmlichen, aber m. E. gesundheitsgefährdenden, Deos verlässlicher vor ggf. in manchen Situationen auftretenden unangenehmen Gerüchen geschützt. An einem normalen Tag ohne größere körperliche Anstrengung ist das basische Deo von Ovimed völlig ausreichend.  Ich finde es auch unproblematisch, dass ich mich ggf. nach der Arbeit noch einmal kurz frisch mache. Hauptsache keinen ungesunden Mist unter den Achseln ;-)

                         

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Auf ein herkömmliches Deo - kein Spray und ohne Aluminiumsalze - bin ich in den letzten 5 Jahren nur dann ausgewichen, wenn ich abends unterwegs war oder wenn es absehbar war, dass es superwarm wird und ich nicht die Chance habe, mich zwischendurch frisch zu machen. Mit diesem Kompromiss kann ich sehr gut leben. Am Anfang lungerte in meiner Handtasche und im Büro ein herkömmliches Notfall-Deo herum. Für alle Fälle. Man weiß ja nie. Diese Vorsichtsmaßnahme war aber überflüssig, obwohl sie mir immerhin ein sicheres Gefühl gegeben hat. 

 

Soweit zu meinem basischen Deo - Experiment.

Basisches Deo von Ovimed

Ihr seht an diesem langen Text, dass mir das Thema zunächst echt zu schaffen gemacht hat. Ich bin aber froh, dass es bei mir so gut klappt. Im World Wide Web finden sich ja auch vereinzelt Kommentare von Personen die mit Bio-Deos, ob nun basisch oder nicht, nicht zufrieden sind. Auch im privaten Bereich habe ich davon gehört. Wenn mir aber ein wirklich liebenswerter, adipöser und kettenrauchender Freund Marke "Cola-ist-meine-Droge, Sport-ist-Mord und Chips-sind- meine-besten-Freunde" zu verstehen gibt, dass sein Versuch mit natürlichen Deos gescheitert ist, weil er schon mittags immer übel gerochen hat, dann ist das schade, aber ggf. ist dann nicht das Deo das eigentliche Problem. Klingt das zu hart? Soll nicht so gemeint sein.

 

Klar transperiert und riecht jede Person anders. Mein Mann kann mit dem basischen Deo von Ovimed z. B. auch dann problemlos durch den Tag kommen, wenn er nach der Arbeit noch 2 Stunden im Garten werkelt. Achtung, dummer Spruch; "Probieren geht über studieren".


Ein großes Problem ist, glaube ich, die heutige Bequemlichkeit. Das Deo soll möglichst 24 Stunden Schutz vor Transpiration und Geruch bieten. In der Zeit will man sich das T-Shirt, die Bluse oder was auch immer nicht vom Körper zerren, um sich z. B. noch einmal kurz frisch zu machen und sich ein natürliches - ob nun basisch oder nicht - Deo unter die Achseln zu streichen. Dann lieber die ggf. gesundheitsschädlichen Deos auf den Körper jagen, darauf hinweisen, dass wir schon täglich so viel Gifte zu uns nehmen, so dass das bißchen Gift auch nichts mehr ausmacht und etwas von "Time is Money" faseln. Leider belügen wir uns gerne selbst. Ich kann mich davon leider auch nicht immer freisprechen, grummel. Es macht halt vieles einfacher und Folgen sind ja meist nicht kurzfristig zu erkennen.

 

Was mich bei der Recherche über Deos etwas irritiert hat ist, dass es fast keinen Widerspruch gibt, wenn von der Schädlichkeit von herkömmlichen Deos, gerade Deosprays, geschrieben wird.

Eigentlich finden sich ja überall Menschen, die zu jedem Bericht oder jeder veröffentlichten Meinung automatisch eine völlig andere Meinung vertreten müssen und sei es nur um das eigene Ego zu stärken. Neben derartigen Egomanen gibt es aber natürlich "richtige" Experten, die kraft ihres Amtes, vermeintlich falsche Behauptungen richtig stellen. Ob diese Richtigstellung bezahlt - oder nennen wir es freundlicher "gesponsert" - wurde oder nicht, ist ja erstmal egal. Dennoch halten sich diese "Experten" bei diesem Thema auch auffallend zurück.

 

Warum sind herkömmliche Deos, insbesondere die mit Aluminiumsalzen - vermeintlich - schädlich?

 

Bei den Deos gibt es drei verschiedene Wirkprinzipien. Das sind die Geruchsüberdeckung, keimhemmende Mittel und Antitranspirantien. Weil die Geruchsüberdeckung durch z. B. Parfüme kaum oder nur kurze Zeit vor Schweissgeruch schützt, werden sogenannte Bakterienkiller, also antimikrobielle Wirkstoffe, beigemischt.

 

Denn, Schweiss ist an sich geruchsfrei. Ein unangenehmer Geruch entsteht erst, wenn Bakterien an der Hautoberfläche den Schweiss zersetzen.

 

Antitranspirantien, also z. B. Aluminiumsalze, sorgen dafür, dass die Schweissporen verengt werden. Damit wird die Schweissbildung reduziert. Kein Schweiss, keine Arbeit für die Bakterien, kein Geruch. Genial! Oder?

 

Blöd nur, dass Aluminiumsalze im dringenden Verdacht stehen, eine Ursache für z. B. Brustkrebs und Alzheimer zu sein. Wer dann noch so uninformiert ist und sich ein Deo mit Aluminiumsalzen direkt nach der Rasur aufsprüht, macht die Tür für die schädlichen Aluminiumpartikel maximal auf. Das ist meines Erachtens Selbstmord auf Raten. Vielleicht übertreibe ich jetzt ein bißchen. Die Richtung ist aber sicher richtig.

 

Im Übrigen werden durch die Schweissabsonderungen auch Gifte aus dem Körper gespült. Haut euch ein Antitranspirant drauf und das Ganze funktioniert nicht mehr! Auch irgendwie doof.

 

Vielleicht sollte man an dieser Stelle mal ein Experiment - für Youtuber: eine Challenge - machen. Ich schlage vor, dass der Vorstandsvorsitzende eines großen Kosmetikkonzern und seine Familie daran teilnehmen. Sie müssen sich täglich reichhaltig mit den günstigsten kosmetischen Produkten ihres Konzerns pflegen und das über viele Jahre. Insbesondere sollte natürlich direkt nach der Rasur der Achselhöhle immer ein Deo mit Aluminiumsalzen großzügig aufgebracht werden. Ob die sich das trauen, hihi?

 

Jetzt bin ich aber vom Thema abgekommen. 

 

Okay, klar ist, Deos mit Aluminiumsalzen gehen gar nicht. Aber auch ohne Aluminium haben viele Deos bedenkliche Bestandteile: Mineralöle, Konservierungsstoffe, Weichmacher. 

 

Die für Deo-Sprays benötigten Treibgase Butan, Propan und Isobutan (diese werden auf Basis von Erdöl erzeugt) sollen für Haut und die Atemwege schädlich sein. Hauptgrund dafür sind wohl die großen Mengen an lungengängigen Partikeln, die sie ausstoßen. Der Sprühnebel der meisten Deos ist so fein, dass ein Großteil der Tröpfchen eingeatmet werden können. Sind diese Tröpfchen kleiner als 10 Mikrometer, können sie ins Lungengewebe eindringen und dort Entzündungen verursachen. Die Folgen für die Atemwege kann man sich mit ein bisschen Phantasie ausmalen. Ich selbst habe früher auch Deosprays genutzt und habe danach immer fast aufgehört zu atmen, weil ich die Luft im Badezimmer nach dem Stoss aus der Dose unerträglich fand. Das Unterbewusstsein ist doch eine gute Erfindung ;-) Man sollte vielmehr darauf achten.

 

Im Ergebnis steht fest (für mich zumindest):

 

- keine Deo-Sprays

- keine Deos mit Aluminiumsalzen und anderen kritischen Inhaltsstoffen

- keine Deos direkt nach der Rasur der Achselhöhle auftragen

- keine Deos mit Duftstoffen für Allergiker

 

Leider gibt es das perfekte Deo ohne schädliche Substanzen, das verlässlich vor Geruch und nassen Flecken schützt, nicht. Wer sicher gesund gepflegt sein will, muss Kompromisse eingehen. Wir landen dann automatisch bei basischen oder nichtbasischen Bio-Deos. Vor einer Party kann man ja trotzdem einen Deo-Roller mit ein paar doofen Substanzen (ohne Aluminiumsalze) nutzen. Da wollen wir mal nicht päpstlicher als der Papst sein ;-)

 

Genug der Worte. Bildet Euch eine eigene Meinung. Seid kritisch. Hört nicht auf vermeintliche Experten; ich bin auch keine. Macht Euch Gedanken oder nicht. Vielleicht konnte ich Euch ein paar Anregungen dafür geben.

 

Eure Sophie