Vorteile basischer Körperpflege 

April 10, 2018  |  Sophie

 

Die Frage, warum ich basische Duschgels, basische Körpercremes bzw. Körperlotions sowie basische Gesichts- und Handcremes benutze, kann ich einfach beantworten. Ich habe damit bessere Erfahrungen gemacht als mit den nichtbasischen Produkten aus dem Supermarkt oder der Drogerie. Hautunreinheiten wie Mitesser und Pickelchen sind mehr oder weniger verschwunden, meine Haut ist weniger fettig und nicht mehr großporig. Gerade die "unterirdischen" Talgansammlungen sind fast vollständig verschwunden.

 

Ich habe mich von den völlig verschiedenen Aussage im Internet über die richtige Hautpflege nicht beeinflussen lassen, da ich auch nicht über das komplexe Wissen verfüge, zu entscheiden, welche Körper- und Gesichtspflege aus wissenschaftlicher Sicht nun besser ist. Folglich habe ich meine eigenen Erfahrungen gesammelt und konnte mir eine eigene Meinung bilden.

 

Zunächst ein bisschen Geschichte:

 

Bereits die Sumerer, eine Hochkultur auf dem Gebiet des heutigen Iraks haben vor über 4500 Jahren alkalische Pottasche, die aus verbrannten Hölzern und Pflanzen gewonnen wurde, mit Ölen verkocht.



Durch diese Mischung wurde die Oberflächenspannung des Wassers herabgesetzt. Der Schmutz konnte durch diese fettlösende Lauge beseitigt werden. Basische Grundkomponenten wie Pflanzen- oder Holzasche haben auch bereits die Römer, Griechen, Ägypter, Perser e.t.c. für die Körperpflege genutzt. Viel erwähnt wird in dem Zusammenhang auch, dass selbst Kleopatra Eselsmilch verwendet hat, die ebenfalls basisch war. Ob das so war? Egal. Im laufe der Zeit wurden dann die Seifen immer weiterentwickelt. Erst zu Beginn des 19 Jahrhunderts setzte sich aber ein Hygieneverständnis durch. Die hohe Nachfrage nach Seifen konnte nur durch eine industrielle Produktion befriedigt werden. Hochwertige Seifen zur Körperpflege wurden mit guten Ölen hergestellt. Billigere Öle, wie Lein- oder Hanföl wurden zum Putzen oder Waschen genutzt. Bis in die siebziger Jahre haben die Menschen vorwiegend Kernseifen genutzt. Kernseife ist stark basisch. Die Menschheit hat sich also bis in die siebziger Jahre basisch gepflegt. Hautkrankheiten waren bis dahin nicht so verbreitet wie heute.

Was hat sich geändert?

 

Durch groß angelegte Werbekampagnen wurde uns seither vermittelt, dass wir uns täglich vollständig "reinigen" sollten. Die Hersteller von Pflegeprodukten konnten dadurch massive Umsatzverbesserungen erreichen. Das statistische Bundesamt in Wiesbaden hat bereits im Jahr 1991 eine Statistik veröffentlicht, nach der sich die monatlichen Ausgaben für Körperpflege bei einem westdeutschen Durchschnittshaushalt mit mittleren Einkommen zwischen 1970 und 1989 mehr als verdreifacht haben. Sensationell was ein gutes Marketing erreichen kann. Statt sich 2x die Woche mit günstiger oder selbst hergestellter Seife zu waschen, reinigen wir uns heute in der Regel täglich und zwar mit "innovativen" und im Vergleich z. B. zur herkömmlichen Seife sehr teuren Produkten. Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht: Ich persönlich finde das Verhalten der Industrie nicht anrüchig; schließlich müssen wir dieses Spiel nicht mitspielen. Es steht jedem frei sich auch weiterhin so zu pflegen, wie es bis in die siebziger Jahre Usus war. 


Letztlich müssen wir uns aber tatsächlich die Frage stellen, warum die Hauterkrankungen - wie viele andere sogenannte Zivilisationskrankheiten auch - so extrem angestiegen sind. Gründe dafür könnten sein:

 

  • ungesundes Essen
  • Obst und Gemüse ist nicht mehr so nährreich
  • Umwelteinflüsse
  • Elektrosmog
  • unzureichende Vitamin D-Zufuhr durch unsachgemäßen Umgang mit dem Thema Sonne

 Ein anderer Grund könnte die moderne Körperpflege mit möglicherweise bedenklichen Inhaltsstoffen sein. Oder aber die Körperpflege mit herkömmlichen - sauren - Körperpflegeprodukten trägt dazu bei. Wir wissen es nicht. Offensichtlich will das aber auch niemand so genau wissen, weil es nach meiner Kenntnis keine umfassenden, unabhängigen Studien z. B. zu der Fragestellung "Welche Auswirkungen hat eine ausschließlich pH-hautneutrale, eine pH-neutrale oder eine basische Körperpflege über einen Zeitraum von 5, 10, 20 Jahren auf alle denkbaren Hautkrankheiten" gibt. Wenn ich hier falsch liege, bitte gerne kurze Info an mich.

 

Meine Meinung dazu ist, dass in den über 40 Jahren, in denen die angeblich für die Haut so gesunde pH-hautneutrale Körperpflege Einzug in die Supermarktregale und unsere Badezimmer gehalten hat, die Hauterkrankungen rapide zugenommen haben. Das ist für mich ein Anzeichen dafür, dass man nach Alternativen die Augen aufhalten sollte. So bin ich zu der basischen Körperpflege gekommen. Back to the roots. 

 

Was ist der Unterschied zwischen basisch und pH-hautneutral?

 

In unseren Supermärkten und Drogerien finden wir insbesondere nichtbasische, also saure, Produkte. Auch die Produkte von Naturkosmetikherstellern haben in der Regel einen sauren pH-Wert.

 

Wasser ist pH-neutral. Es hat einen pH-Wert von 7,0. Alles über> 7,0 ist basisch (alkalisch). Darunter sauer. Die Kosmetikindustrie verkauft ihre Produkte aber gerne als pH-hautneutral. Für einen nicht sorgfältig Lesenden sieht das vielleicht so aus, als wenn die Produkte einen pH-Wert von 7,0 haben. Die Begriffe pH-neutral und pH-hautneutral sind aber doch sehr unterschiedlich.

 

PH-hautneutral ist nämlich gleichzusetzen mit einem pH-Wert von 5,5. Warum? Der pH-Wert der Haut liegt durchschnittlich bei einem Wert von 5,5. Je nach Alter, Geschlecht, Hautareal e.t.c. kann sich dieser Wert verändern. Genau auf diesen Wert zielt die Kosmetikindustrie mit ihrer Wortschöpfung ab. PH-hautneural ist also sauer.

 

Wie argumentieren die Verfechter der beiden Richtungen basisch und nichtbasisch?

 

Ich gebe die Argumente beider Seiten so wie man sie im Internet auf zahlreichen Seiten findet umkommentiert weiter. 

 

Pro basisch:

 

Die Haut ist unser größtes Organ mit unzähligen Funktionen. So wehrt sie Bakterien und Fremdkörper ab. Sie reguliert die Körpertemperatur, schützt vor Hitze und Kälte und vor dem Austrocknen. Außerdem hat sie eine wichtige Ausscheidungsfunktion, z. B. von Stoffwechselabfällen und Säuren. Unser heutiges Leben und die Ernährung führen zu einem saureren Körper, der über die Ausscheidung zu einer immer saureren Haut führt. Die basische Körperpflege neutralisiert Säuren und regt die Ausscheidung von Säuren und Schlacken an. Damit wird die Widerstandsfähigkeit der Haut gestärkt. Je basischer die Haut, umso weicher und schöner ihr Erscheinungsbild. 

 

Der Mensch hat bis in die siebziger Jahre nur basische Körperpflegeprodukte verwendet. Es gibt also eine umfassende Erfahrung mit dieser Hautpflege. Diese diente aber nicht allein der Hautreinigung, sondern auch dem Schutz der Haut. Allergische Reaktionen und angegriffene Haut durch pH-hautneutrale Produkte sind an der Tagesordnung. Angegriffene Haut ist eine gute Brutstätte für Pilze aller Art, da diese in einem saueren Milieu gut überleben.

 

Ein leicht basischer pH-Wert von 7,4 trocknet die Haut nicht aus. Er ist optimal für die regelmäßige Körperpflege.

PH-hautneutrale Produkte führen zu einer Zerstörung der natürlichen Hautregulation. Einen Säureschutzmantel gibt es nicht. Er ist eine Erfindung der Kosmetikindustrie zu Werbezwecken. Die Haut hat deshalb einen so niedrigen pH-Wert von ca. 5,5, weil der Körper durch die hohe Säurebelastung nicht mehr in der Lage ist, die überschüssigen Säuren über Nieren und Darm auszuleiten. Der Säure-Basen-Haushalt des Körpers wird durcheinander gebracht. Insofern wird die Haut als großes Ausscheidungsorgan für den Abtransport des Säurenüberschusses zur Hilfe genommen. Saure Hautpflegeprodukte drängen die austretenden Säuren zurück in die Körpersäfte. PH-neutrale Hautpflegeprodukte sind daher nicht gut. Die Übersäuerung der Hautoberfläche gilt als ein Auslöser von Hautproblemen.

 

Verwendet man basische Produkte, kommt es zu einer Reaktion mit den Säuren. Die Säuren werden neutralisiert und gelöst. Dadurch wird der Körper angeregt, eingelagerte Säuren und Schlacken aus dem überwiegend sauren Milieu der Zellen zu lösen und in einer basischen Umgebung abzugeben. Viele Hautprobleme lassen sich dadurch lösen. Nimmt man z. B. ein basisches Vollbad mit einem pH-Wert von 8,5, so sinkt dieser Wert bei einer Badedauer von einer Stunde deutlich. Das Badewasser nimmt die über die Haut vom Körper abgegebenen Säuren auf.

 

Durch pH-hautneutrale Körperpflege wird die Haut außerdem entfettet. In der Folge verlieren die Talgdrüsen ihre natürliche Fähigkeit, den Rückfettungsprozess in Gang zu setzen. Basische Körperpflege regt hingegen die Talgdrüsen an. Weniger Pickel und Mitesser sind die Folge.

 

Pro pH-hautneutral:

 

Die Haut hat einen leicht sauren pH-Wert. Der pH-Wert gesunder Haut liegt bei 5,5. Das saure Mimileu entsteht durch den sogenannten Säureschutzmantel.

 

Sinn der pH-hautneutralen Pflege ist, dass sich der natürliche pH-Wert der Haut durch das Waschen möglichst wenig verändern soll, um die Schutzfunktion aufrecht zu erhalten.

 

Normale Seife hat einen hohen pH-Wert von 9. Je höher der Wert, desto mehr trocknet die Haut aus. Die früher verbreitete Erkenntnis, dass sich der Säureschutzmantel der Haut nach einer Stunde wieder gebildet hat, wird heute nicht mehr aufrecht gehalten. Vielmehr ist die Haut deutlich länger angreifbar.

 

Basische Körperpflege beruht auf der falschen Annahme, dass Säure der Haut oder allgemein dem Organismus schaden. Der Körper kann ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt jedoch ausgleichen, indem er überschüssige Säuren einfach neutralisiert. Säuren werden aber auch über die Haut ausgeschieden. Das dient der Aufrechterhaltung des Säureschutzmantels. Ein saures Milieu ist nämlich für die meisten Bakterienarten und Pilze ungünstig, wodurch ihr Wachstum gehemmt wird.

 

Säuren generell mit Basen neutralisieren zu wollen, ist keine gute Idee, weil viele Bereiche des Körpers auf Säuren angewiesen sind. Damit schadet man sich also mehr, als es hilft.

 

Ergebnis

 

Und? Seid ihr schlauer? Ich konnte die Argumente beider Seiten nachvollziehen. Da mir aber die medizinische Ausbildung und die jahrelange Mitarbeit bei - unabhängigen - medizinischen Studien fehlt, kann ich nicht sagen, ob eine Seite mehr Recht hat. Ich kann nur sagen: "Macht eigene Erfahrungen."

 

Interessant ist im Übrigen, dass es z. B. von Sante Naturkosmetik herkömmliche Duschgels mit einem sauren pH-Wert gibt, aber auch ein basisches Duschgel. Beworben wird das basische Duschgel von Sante Naturkosmetik damit, dass der basische pH-Wert für eine gesunde Säure-Basen-Balance steht. Hm, ist sich Sante Naturkosmetik nicht sicher, welcher pH-Wert für die Haut nun gut ist oder nicht, wenn sowohl saure als auch basische Duschgels angeboten werden? Oder kann man daraus entnehmen, dass es völlig Banane ist, welchen pH-Wert ein Hautpflegeprodukt haben sollte? Was auch immer Sante Naturkosmetik veranlasst hat ein basisches Produkt auf den Markt zu bringen, das ich im Übrigen jetzt auch selbst getestet habe und sehr gut finde (hier geht es zu den getesteten Duschgels), zeugt davon, dass eine basische Hautpflege per se nicht schädlich für die Haut sein kann, wie es die Befürworter der pH-hautneutralen Hautpflege so gerne postulieren.

 

Ein Wort zu der Qualität der Diskussion im Internet 

 

Okay, war quatsch. Ein Wort reicht nicht. Wie ihr aus dem vorstehenden Beitrag erkennen könnt, gibt es hier zwei verschiedene Meinungen. Die Befürworter der basischen Hautpflege verteufeln gerne die Industrie und ihre Profitgier, die dazu geführt hat, dass heute Produkte mit saurem pH-Wert in den Regalen der Supermärkte stehen. Die andere Seite hält reflexartig entgegen, dass es sich hier wohl eher um Verschwörungstheorien handelt.

 

Ich kann mit derartigen Standpunkten oder Schlagworten nichts anfangen. Eine inhaltliche und sachliche Diskussion ersetzen sie nicht. Natürlich will die Industrie Geld verdienen. Das will aber die Betreiberin einer kleinen Naturkosmetikmanufaktur auch. Kritisch betrachtet muss man sich nämlich auch mal die Frage stellen, ob der zum Teil sehr hohe Preis für basische Körperpflegeprodukte gerechtfertigt ist oder hier ein Nischenmarkt mit hohen Gewinnmargen bedient wird. Auf der anderen Seite kann ich es nicht mehr lesen, dass Menschen, die eine alternative Auffassung vertreten und nicht dem Mainstream folgen, als Verschwörungstheoretiker abgestempelt werden. Früher hat man solche Menschen als kritisch denkende Menschen bezeichnet oder als Realisten. Wie sich die Zeiten ändern.

 

Weniger heiße Luft oder Schlagworte und mehr sachlich, fachliche Diskussionen wären wünschenswert. Allerdings gibt es einfach wenig Fachleute die unabhängig und wissenschaftlich fundiert einen Beitrag leisten können. Und diese Menschen verspüren vermutlich nicht unbedingt die Lust mit einem Haufen von Laien und anonymen "ich habe gehört, dass"-Leuten im Internet zu diskutieren.

 

Damit sind wir wieder beim Thema "eigene Erfahrungen" sammeln und Sachen kritisch (aber nicht einseitig) hinterfragen. Denn nur dadurch wird man zum Experten für die eigene Hautpflege. Do it! Nur du kannst entscheiden, was deiner Haut gut tut. 

 

Eure Sophie

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